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Zwei Frauen fordern Karl Schleid heraus

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Die Trostberger Altstadt – einst geprägt vom Einzelhandel – wird sich verändern, darüber sind sich die Bewerber einig. Sie bewerten das allerdings nicht negativ. −Archivfoto: Frei

Erstmals in der Geschichte der Stadt Trostberg gibt es weibliche Konkurrenz im Rennen um das Bürgermeisteramt – und das gleich zweifach. Daniela Baumann (SPD) und Nina Boxhammer (Grüne) wollen Amtsinhaber Karl Schleid (CSU) den Bürgermeistersessel streitig machen. Bereits vor sechs Jahren waren zwei Kandidaten von SPD und Grünen, Hans-Michael Weisky und Bernd Paetzelt, gegen Schleid angetreten. Damals fuhr der CSU-Mann mit 75 Prozent der Stimmen einen überwältigenden Sieg ein. Die Wahlbeteiligung war mit gerade einmal 50,12 Prozent allerdings sehr gering gewesen. Im Vergleich zur Wahl 2008 hatten die Herausforderer klar Stimmen verloren: Weisky rutschte von 21,82 auf 13,21 Prozent und Paetzelt von 14,8 auf 11,79 Prozent. Vor zwölf Jahren war der geplante Bau eines EBS-Kraftwerkes in Trostberg ein Aufreger-Thema gewesen, das mehr Wähler zu den Urnen getrieben hatte. Franz Xaver Obermayer von den Freien Wählern, der noch 2008 seinen Hut in den Ring geworfen hatte (12,89 Prozent), war 2014 nicht mehr angetreten, und auch aktuell verzichten die FW auf eine Bürgermeister-Kandidatur. Im Stadtrat will das Urgestein der Trostberger Stadtpolitik, Franz Xaver Obermayer, aber weiterhin vertreten sein. Ebenso wie seine zwei weiteren Kollegen der FW-Fraktion. Auch Hans-Michael Weisky bewirbt sich wieder um einen Sitz im Stadtrat. 2014 hatten die Wähler die SPD mit 19,94 Prozent zur zweitstärksten Fraktion gemacht (fünf Sitze). Damit erreichte sie aber bei weitem nicht die alte Stärke in der Chemiestadt Trostberg. Eine Änderung wird es bei den Bürgermeister-Stellvertretern geben: Robert Liedl, der viele Jahre lang Zweiter Bürgermeister war, steht nicht mehr auf der Kandidatenliste der SPD für den Stadtrat. Auch bei der CSU treten zwei erfahrene Stadträtinnen nicht mehr an: Luise Bernauer und Petra Fürst-Zimmermann. Michael Fraunhofer stellt sich ebenfalls nicht mehr für die CSU-Fraktion zur Wahl. Die Christsozialen haben vor sechs Jahren ein Spitzenergebnis eingefahren (47,95 Prozent) und mit zwölf Sitzen in dem 24-köpfigen Stadtrat die absolute Mehrheit geholt. Diese absolute Mehrheit, mit der die CSU-Fraktion Abstimmungen im Stadtrat alleine entscheiden kann, möchten ihr neben der SPD auch die Grünen abringen. 2014 hatte die Umweltpartei einen Sitz verloren (von fünf auf vier). Der aktuell große Zuspruch zu den Klimaschützern auf Bundes- und Landesebene ist auch im Trostberger Ortsverband durch neue Mitgliedschaften spürbar. Alle amtierenden Räte finden sich auch wieder auf der Liste. Bei dem zukunftsweisenden Thema, das die Trostberger derzeit bewegt, setzen sich die Grünen von den anderen Bewerbern deutlich ab: Sie sprechen sich gegen den Bau einer B299/304 neu aus. Die CSU und die SPD wollen sich mit den beiden Ortsumgehungen von Altenmarkt und Trostberg arrangieren und sich dafür einsetzen, dass die Neubelastung so gering wie möglich bleibt. Für die Freien Wähler ist der Ausbau der Infrastruktur seit jeher eines der wichtigsten Ziele. Einer der Hauptkritikpunkte der SPD ist in diesem Wahlkampf die mangelnde Bodenbevorratung der Stadt in den vergangenen Jahren. Für einen Einstieg in den kommunalen Wohnungsbau sprechen sich alle vier Parteien aus. Die Leerstände in der Trostberger Altstadt waren in der Vergangenheit stets ein heißes Wahlkampfthema gewesen. Die jetzigen Bewerber sind sich sicher, dass die Erdgeschoßflächen in Zukunft nicht mehr vorrangig von Einzelhändlern genutzt werden, sondern auch von Dienstleistern, Gastronomen oder für Wohnzwecke. − luh

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