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Zwei Dreikämpfe sorgen für Pfeffer

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Moosthenning ist eine der umkämpftesten Gemeinden im westlichen Landkreis: Dort treten zwei Herausforderer gegen den amtierenden Bürgermeister an.  − Foto: Birgmann

Die Stadt Landau stellt mit sechs Bürgermeisterkandidaten im Landkreis den Rekordhalter an Bewerbern auf den Chefsessel im Rathaus. Aber auch im westlichen Landkreis Dingolfing-Landau ist Leben in der Wahlkampf-Bude: Gleich zwei Dreikämpfe sorgen für politischen Zündstoff. Während es in Frontenhausen darum geht, einen Nachfolger für den nicht mehr kandidierenden Bürgermeister Georg Retz zu finden, sieht sich in Moosthenning Amtsinhaber Markus Baierl bereits nach seiner ersten Amtszeit mit zwei Herausforderern konfrontiert.

In der Gemeinde Moosthenning ist das politische Brot ein hartes Geschäft: Die einzelnen Gemeindeteile, wie Rimbach, Ottering, Lengthal, Dornwang oder Thürnthenning, sind traditionell sehr selbstbewusst und entsenden über eigene Listen "ihre" Vertreter in den Gemeinderat.

Das hat vor sechs Jahren Bürgermeister Georg Kutzi zu spüren bekommen, der dem "Newcomer" Markus Baierl (damals noch Aktive Bürgervereinigung) unterlag. Doch auch der hat zwischendurch kräftig Gegenwind gespürt: beim Fernwasseranschluss von Rimbach oder beim umstrittenen Damm bei Ottering. Beim Hochwasser 2013 hat sich der heftig kritisierte Damm allerdings bewährt, betont der Bürgermeister. Und auch eine Bilanz seiner Amtszeit kann sich sehen lassen: Die Gewerbesteuer-Einnahmen sind um 960 Prozent angestiegen und die Pro-Kopf-Verschuldung ist binnen sechs Jahren von 650 Euro auf null Euro gesunken.

Dennoch: Nun sieht sich auch Markus Baierl, der zwischenzeitlich zur CSU gewechselt ist, selbst mit zwei Herausforderern konfrontiert: Sebastian Gruber (SPD) und Josef Spinnler (Bürgerliste).

Gruber, seit sechs Jahren Gemeinderat und einer der profiliertesten Jusos Niederbayerns, platziert sich natürlich gegen die CSU. So fordert er unter anderem die Senkung der Kita-Beiträge, was die Christsozialen stets abgelehnt hätten. Josef Spinnler, bereits seit 1996 Gemeinderat, betont in seinem Wahlprogramm die Gemeinsamkeiten: Er plädiert unter anderem für Diskussionsrunden, Informationsveranstaltungen und Bürgerentscheide sowie die Einführung eines Jugendrates und einer Börse für Hilfeleistungen.

Den zweiten Dreikampf im Altlandkreis Dingolfing wird am 16. März die Gemeinde Frontenhausen erleben, wo drei Bewerber den ausscheidenden Bürgermeister Georg Retz beerben wollen.

Da ist zum einen der bisherige zweite Bürgermeister Dr. Franz Gassner (CSU). Der Tierarzt wirbt mit seiner 21-jährigen Erfahrung als Kommunalpolitiker: "Das ist entscheidend. Damit stehe ich für ehrliche, nachvollziehbare und kompetente Gemeindepolitik." Gassner nennt als Ziele unter anderem den Abschluss der Ortskernsanierung, die Modernisierung des Rathauses sowie den Erhalt des Postsaales beziehungsweise den Bau einer Gemeindehalle als Ersatz.

David Dick von der SPD bekennt: "Ich habe Frontenhausen als attraktiven und freundlichen Wohn- und Arbeitsort erlebt. Das soll er auch noch für meine Kinder sein." Der 34-jährige Marketingspezialist will deshalb unter anderem gezielt weitere Geschäfte in der Umgebung des Ortskerns ansiedeln.

Dritter im Bewerberbund ist Franz Geigenberger von der Frontenhausener Wählergemeinschaft (FWG): Der Polizist und Marktrat legt nach eigenen Angaben großen Wert auf Meinungsvielfalt und freie Entscheidungsfindung. Er will den Spagat angehen, Frontenhausen zu einer modernen, handlungs- und leistungsfähigen Gemeinschaft weiterzuentwickeln, gleichzeitig aber den charmanten, ländlich geprägten Charakter zu bewahren.

Ein Duell wird es in der Gemeinde Niederviehbach geben: Der amtierende und langjährige Bürgermeister Josef Daffner sen. (CSU und ihre Freunde) wird vom SPD-Gemeinderat Josef Retzer herausgefordert.

In der Gemeinde Marklkofen wird es auf jeden Fall einen neuen Bürgermeister geben, da Martin Geltinger nicht mehr antritt. Sein Nachfolger ist Peter Eisgruber-Rauscher (CSU), der als einziger Bewerber ins Rennen geht. Der 48-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann ist unter anderem Jugendbeauftragter der Gemeinde und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die von seinen Vorgängern geschaffene Struktur Marklkofens zu erhalten – diese Mischung aus Großfirmen und "Global Playern", aus mittelständischen Familienunternehmern und bäuerlichen Betrieben.

In allen anderen Gemeinden des westlichen Landkreises treten die amtierenden Bürgermeister ohne Gegenkandidaten an: in Mamming Georg Eberl, in Gottfrieding Gerald Rost und in Loiching Günter Schuster (alle CSU). In Mengkofen stellt sich Karl Maier (Aitrachtaler Bürgerliste/Freie Wähler) zur Wiederwahl. In seiner Bilanz verweist er vor allem darauf, dass sowohl im Zentralort Mengkofen-Weichshofen wie auch in den Dörfern "Gewaltiges" geleistet worden sei, vom Straßenbau über die Feuerwehren und Bauland für junge Familien bis zur Ansiedlung eines neuen Einkaufsmarktes. − tom

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Baierl-Herausforderer Josef Spinnler (Bürgerliste).

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Baierl-Herausforderer Sebastian Gruber (SPD).

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Moosthennings Bürgermeister Markus Baierl (CSU).

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