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Vier Herausforderer für Favorit Kösterke

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Traunstein  − Foto: By Mario Becker -Project-B-WW 15:56, 16. Sep. 2007 (CEST).Project-B-WW at de.wikipedia [CC-BY-SA-2.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], from Wikimedia Commons

Wer in Traunstein bei der Kommunalwahl 2014 das Rennen macht, interessiert nicht nur die Bürger der Großen Kreisstadt – haben die Ergebnisse der Stadt, die von Oberbürgermeister Manfred Kösterke (Unabhängige Wähler) gern als "Herz des Chiemgaus" werbewirksam bezeichnet wird, doch auch indirekt Auswirkungen auf das regionale Umland des Oberzentrums.

Manfred Kösterke werden als Amtsinhaber die besten Chancen eingeräumt. Er weiß eine starke Fraktion im Stadtrat hinter sich. Viele Themen, die die Stadt in den vergangenen Jahren angegangen ist, stießen auf breite Zustimmung der Bevölkerung, beispielsweise der Bau der beiden Kinderkrippen, die Ausweisung von Ansiedlungsmodellen (früher Einheimischenmodell) oder auch der Bau des Sportzentrums in Empfing. Kritische Themen wie die Ansiedlung neuer Betriebe zu Lasten des Waldes im Haidforst oder der Bau einer Kleinkunstbühne an der Klosterkirche, der den Pausenhof der Ludwig-Thoma-Grundschule tangiert hätte, wurden wieder verworfen und dürften im Wahlkampf – wenn überhaupt – nur eine unbedeutende Nebenrolle spielen. Die wohlgeordneten Finanzen der Stadt und deutlich zurückgehende Verbindlichkeiten verbucht der Oberbürgermeister auch als Früchte der Arbeit der vergangenen Jahre. Keine Frage: Er trägt die Favoritenrolle bei der kommenden Kommunalwahl.

Herausforderer Wolfgang Osenstätter (CSU) kann auf eine aktive und erfolgreiche Stadtratsarbeit zurückblicken, die er als Fraktionsvorsitzender maßgeblich mitprägte. Seine Chancen bei der OB-Wahl sind schwer einzuschätzen. Innerhalb der Partei musste er sich mit einem Gegenkandidaten messen. Und in der CSU gibt es Stimmen, die sich eine Verjüngung des Stadtrats wünschen. Die Partei hat dem bei der Aufstellungsversammlung teilweise Rechnung getragen. Eine CSU, die sich in der Wahl Osenstätters einig ist und geschlossen auftritt (was bei vergangenen Wahlen nicht immer der Fall war), kann in Traunstein ein großes Wählerpotenzial mobilisieren. Dem Ortsvorsitzenden Dr. Christian Hümmer scheint es aber gelungen zu sein, die verschiedenen Kräfte in der Partei zu einen.

Christian Kegel wurde für manche überraschend zum Kandidaten der Traunsteiner Sozialdemokraten gewählt, kann aber durch seine freundliche und offene Art und sein hohes ehrenamtliches Engagement bei den Wählern punkten. Bei der letztjährigen Kommunalwahl war die SPD die drittstärkste Kraft im Stadtrat, und sie stellt mit Waltraud Wiesholer-Niederlöhner aktuell die dritte Bürgermeisterin.

Die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen heißt Walburga Mörtl-Körner. Sie sitzt sowohl im Traunsteiner Stadtrat wie auch im Kreistag. Mörtl-Körner, die 2013 den Fraktionsvorsitz der Grünen im Stadtrat übernahm, dürfte allenfalls Außenseiterchancen haben.

Nur bedingt chancenreich dürfte auch Ralph Joerger von der Traunsteiner Liste sein. Der Diplom-Physiker, der seit 2001 bei der Firma Heidenhain tätig ist, bekam bei der Stadtratswahl 2008 knapp 800 Stimmen. In diesem Jahr wurde er aber als OB-Kandidat der Traunsteiner Liste gewählt, die sich wie die Grünen sehr stark auf ökologische und soziale Themen in der Stadtpolitik konzentriert.

2008 war die Große Kreisstadt kurz nach der Stichwahl erschüttert worden: UW-Kandidat Wilfried Arsan hatte sich gut drei Wochen, nachdem er sich in der Stichwahl mit 66,9 Prozent klar gegen Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) durchgesetzt hatte, das Leben genommen. Im Sommer mussten die Bürger erneut an die Urnen und wählten Manfred Kösterke auf den Bürgermeister-Sessel. Weil seine Amtszeit deshalb noch nicht am 1. Mai endet, darf Kösterke nun nicht für die UW für den Stadtrat kandidieren. Das Bürgermeisteramt will er aber verteidigen.

Für den Stadtrat haben die Bürger am 16. März wieder die Qual der Wahl aus fünf Listen. Die Fraktionen, die schon jetzt im Gremium vertreten sind, haben wieder ihre Kandidaten nominiert: die CSU, die bisher acht Sitze hat (2002: zehn); die UW, die mit sieben (2002: vier) Sitzen die SPD mit ihren fünf (2002: acht) Sitzen als zweitstärkste Fraktion abgelöst hat; die Grünen, die 2008 ihre beiden Sitze verteidigten; und schließlich die Traunsteiner Liste, die 2008 mit zwei Stadträten den Sprung ins Gremium schaffte (2002: 0). − awi/rse

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Christian Kegel (SPD).

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Walburga Mörtl-Körner (Grüne).

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Ralph Joerger (Traunsteiner Liste).

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Manfred Kösterke (UW).

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Wolfgang Osenstätter (CSU).

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