Auf dem Wahlportal von Donaukurier und PNP finden Sie
Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2020

  Infos zu den Kandidaten

  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

Töging: Erstmals seit Langem drei Kandidaten

project

Einen neuen Bürgermeister und einen neuen Maibaum wird das Töginger Rathaus am 1. Mai 2014 sehen.  − Fotos: BrandlStube

Erstmals seit vielen Jahrzehnten haben die Menschen in Töging am 16. März die Wahl zwischen drei Bewerbern für das Amt des ersten Bürgermeisters: Neben SPD und CSU haben diesmal auch die Freien Wähler (FW) einen Kandidaten ins Rennen geschickt.

Am 1. Mai geht in dem rund 9300 Einwohner zählenden Ort, der 1972 die Stadtrechte erhielt, auf alle Fälle eine Ära zu Ende – denn Amtsinhaber Horst Krebes ist seit 1996 im Amt. Aus Altersgründen darf er sich nicht mehr um den Posten des ersten Bürgermeisters bewerben.

Doch auch eine andere Kontinuität könnte zu einem Ende kommen: Denn schon seit annähernd fünf Jahrzehnten sind es Sozialdemokraten, die die Geschicke der Stadt lenken, die sich seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts um ein Wasserkraftwerk und einen Aluminiumbetrieb herum entwickelt hatte: Ab 1965 war Max Saalfrank Chef im Rathaus gewesen, er übergab den Posten 31 Jahre später an den jetzigen Ersten Bürgermeister.

Horst Krebes sähe am liebsten seinen Parteifreund Werner Noske als seinen Nachfolger. Der 60-Jährige, gebürtig aus Leimen (Baden-Württemberg), ist als Pharmareferent tätig und hat sich als langjähriger Vorsitzender des größten Töginger Sportvereins, des TuS, einen Namen gemacht. Sitz und Stimme im Stadtrat hat Noske nicht, doch die Verbindung zur örtlichen Politik ist über seine Ehefrau Birgit Noske (SPD) gegeben, die dem Gremium seit 2002 angehört. Unterdessen rechnet sich die CSU Töging gute Chancen aus, erstmals den Chefposten im Töginger Rathaus zu erobern. Sie hat wieder Dr. Tobias Windhorst ins Rennen geschickt. Der 39-Jährige, von Beruf Richter, hatte schon 2008 Horst Krebes herausgefordert und dabei mit etwas mehr als 40 Prozent ein für einen Neueinsteiger durchaus als respektabel zu wertendes Ergebnis geholt. Dr. Windhorst hatte sich im Stadtrat seit 2008 mit teilweise scharfer Kritik an der Politik von Krebes hervorgetan. Mehrfach war es zwischen ihm und Krebes zu verbalen Attacken gekommen. Die Kontroversen wurden nicht nur im Stadtratsplenum, sondern bisweilen auch in den Leserbriefspalten der Heimatzeitung oder im "Stadtblattl" ausgetragen, einer Monatsschrift des örtlichen Werberings.

Der dritte Bewerber ist Alexander Wittmann von den Freien Wählern. Der 34-jährige Gastronom mit eigener Cocktailbar in Töging stammt aus München und lebt seit knapp zehn Jahren in Töging. Er hatte sich schon 2008 – damals vergeblich – um einen Sitz im Stadtrat beworben.

Die Stadtpolitik ist in Töging traditionell von einer starken SPD/CSU-Polarität geprägt. Die Sozialdemokraten haben mit zehn Räten sowie der Stimme desBürgermeisters eine Gestaltungsmehrheit, die CSU kommt auf acht Stimmen, die Freien Wähler können mit ihren zwei Räten bisweilen "Zünglein an der Waage" spielen. Es wird spannend, wie die Wähler die Sitze bei diesem Urnengang verteilen werden.  − afb

project

Dr. Tobias Windhorst (CSU).

project

Alexander Wittmann (FW).

project

Werner Noske (SPD).

Diesen Artikel weiterempfehlen: