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Spagat zwischen Historie und Moderne

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Neuöttings "gute Stube": der Stadtplatz, der in den Jahren 2006 bis 2009 saniert wurde. Ein Dauerthema hier: die durchfahrenden Autos und die Parkplatzsituation.  − Foto: Lambach

Zwei Bewerber gibt es in der Handelsstadt am Inn um das Amt des Rathauschefs: Amtsinhaber Peter Haugeneder (SPD) will noch eine zweite Runde machen. Der CSU-Mann Veit Hartsperger, 34 Jahre jung und nominiert, nachdem er bei der Kandidatur zur Wahl des Bezirkstages erfolgreich war, fordert den 57-Jährigen heraus.

8595 Einwohner hat die Stadt Neuötting, und hier ist ein in den vergangenen Jahren immer deutlicher zutage getretenes Kriterium die Tatsache, dass Neuötting immer internationaler wird: Über 60 Nationen leben in der Stadt – dies ist vor allem dem Asylbewerberheim geschuldet. Waren die Ängste anfangs hier groß, so zeigte sich: Die Herausforderung, mit Asylbewerbern zu leben, hat die Stadt angenommen, und sie scheint damit ganz gut zu leben: Kopftuch und Tschador sind im Stadtbild angekommen, das anfangs "Fremde" wird immer selbstverständlicher, und die Menschen werden dank eines aktiven Vereinslebens in das Stadtleben integriert. Die Stadt ihrerseits hat zusammen mit dem BRK eine Sozialpädagogin eingestellt, die sich der Asylbewerber hauptamtlich annimmt – unterstützt von einer großen Zahl von Ehrenamtlichen.

Als eine Hauptaufgabe der Stadt nennt der Amtsinhaber, der bis 2006 Leiter der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus Altötting war, immer wieder die Konsolidierung der Finanzen. Das hat seinen guten Grund: Neuötting hat durch die Sanierung des Kanalnetzes unter dem Stadtplatz und die Neugestaltung des Platzes (mit chinesischem Granit) in den Jahren 2006 und 2009 viel investiert – und Schulden aufgebaut. Zeitweise war Neuötting Spitzenreiter im Landkreis, was die Pro-Kopf-Verschuldung betraf – aktuell liegt die Zahl bei 1834 Euro, zum Jahresende war laut Haushalt 2013 eine leichte Reduzierung auf 1818 Euro eingeplant. In der Summe sind es 15,508 Millionen Euro Schulden. Demgegenüber steht das aktuelle Haushaltsvolumen der Stadt: rund 17 Millionen Euro, davon 3,5 im Vermögenshaushalt – davon lassen sich keine großen Sprünge machen. Dass aber Neuötting die Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung ist, das war einmal – dank "Forum" hat Altötting Neuötting inzwischen den Rang abgelaufen.

Ein Problem, das alle Bürgermeister von Neuötting hatten, haben und haben werden, ist der Spagat zwischen Innenstadt und Gewerbe auf der "grünen Wiese". Der Stadtplatz ist zwar eine schöne Flaniermeile, das Geschäftsleben wird hier aber vor allem durch kleine Ladenflächen, zum Teil auf mehreren Etagen, gekennzeichnet. Das macht es – im Gegensatz zu den Gewerbegebieten, die zudem mit reichlich Parkplätzen vor der Haustüre aufwarten können, nicht einfacher. So kritisieren Bürger die Parksituation am Stadtplatz und bedauern das Fehlen eines Lebensmittlers in der historischen Mitte der Stadt.

Der Herausforderer Veit Hartsperger – beruflich ist er Leiter der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes, Projektleiter für Grundstücksangelegenheiten bei der BBV-Landsiedlung GmbH in Töging und Fachberater für Steuer-, Rechts-, Vertrags- und Sozialangelegenheiten – hat sich im Wahlkampf mit einer Bürgerbefragung positioniert und will sich vor allem für eine Verbesserung der Parksituation in Neuötting stark machen. Die Sitzverteilung im Neuöttinger Stadtrat stellt sich aktuell wie folgt dar: Die CSU hat neun Sitze, die SPD fünf, die Freien Wähler fünf, und es gibt eine Grünen-Stadträtin. Nach der Wahl 2008 waren es zunächst nur acht Mandate für die CSU und sechs für die SPD – die Veränderung ergab sich durch den Wechsel von Stadträtin Irmi Rauschecker von der SPD zur CSU. − ina

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Herausforderer: Veit Hartsperger (CSU).

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Amtsinhaber: Peter Haugeneder (SPD).

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