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So spannend wie seit langem nicht

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Der Burghauser Wohlstand steht und fällt mit der Industrie. Dass diese sich mit einer deutlich eingetrübten Marktlage konfrontiert sieht, zeigt auch Auswirkungen auf die Themensetzung im Wahlkampf. −Foto: Kleiner

Von einem Aufbruch sprechen die einstigen Kontrahenten, von einer Zäsur selbst die eigenen Parteigänger: Nach 30 Jahren im Amt nimmt Bürgermeister Hans Steindl (SPD) am 30. April altersbedingt seinen Hut. Sechs Kandidaten wollen ihn beerben. Und egal, wer es am Ende auch sein wird, eines steht jetzt schon fest: Schon lange hat Burghausen keinen so spannenden und intensiven Wahlkampf mehr erlebt. Nicht nur die hohe Zahl an Anwärtern befeuert das politische Streiten in der Salzachstadt. Auch die Themenwahl polarisiert. In erster Linie ist es FDP-Kandidat Klaus Schultheiß, der für Gesprächsstoff sorgt, mit Konzepten, deren Dimensionen von den Anhängern als visionär gefeiert und von den Kritikern als utopisch verworfen werden, sei es ein Entlastungsgleis vom Güterterminal hin nach Marktl und Perach, oder auch ein von Schultheiß propagiertes Seniorenzentrum auf dem Dach der von HBB geplanten, aber bisher nicht umgesetzten Einkaufsmall am Salzachforum in der Marktler Straße. Generell beherrscht das Salzachzentrum und dessen Zukunft den Burghauser Wahlkampf. Dazu kommen als Schwerpunkte die Verkehrsproblematiken in der Altstadt und Neustadt, die Standortfrage für ein weiteres Seniorenheim sowie die eingetrübte Finanzlage und die schwächelnde Chemieindustrie. Eine zunehmend härtere Gangart in Bezug auf den jeweils anderen fahren dabei Klaus Schultheiß und Florian Schneider. Beide haben sich als politische Hauptkonkurrenten ausgemacht. Hinzu kommen Schlagabtausche zwischen Schultheiß und Amtsinhaber Steindl, die sich gegenseitig unwahrer Aussagen bezichtigen. Stehen mit Stefan Angstl (Grüne), Heinz Donner (CSU), Stefan Niedermeier (UWB), Florian Schneider (SPD) und Klaus Schultheiß (FDP) fünf der sechs Kandidaten bereits seit langem fest, so hat die AfD auf den letzten Drücker für einen Paukenschlag gesorgt: Mit Sybill de Buer schicken die Rechtspopulisten eine Ortsfremde ins Rennen. Die transsexuelle 58-Jährige stammt aus dem Saarland und lebte zuletzt in Bremen. Burghausen kennt sie nur von Urlauben aus Kindheitstagen, wie sie selbst einräumt. − ckl

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