Auf dem Wahlportal von Donaukurier und PNP finden Sie
Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2020

  Infos zu den Kandidaten

  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

Schwarz gegen Rot, Frau gegen Mann

project

Rot gestrichen ist das Rathaus jedenfalls. Ob auch ein Roter künftig dort das Sagen haben wird, entscheiden die Wähler.  − Foto: Stephan Hölzlwimmer

Eines ist klar: An der Spitze der Mörntalgemeinde wird ab Mai ein neuer Bürgermeister stehen. Denn Amtsinhaber Heinrich Hollinger, der seit 1990 das Oberhaupt der Marktgemeinde ist, kandidiert nicht mehr. Ob mit ihm auch die Ära der SPD, die dank des noch amtierenden Bürgermeisters und seines Vorgängers Hans Krämer seit nunmehr 52 Jahren währt, zu Ende geht, das ist die große Frage, die sich bei der Kommunalwahl am 16. März entscheiden wird. Kampflos räumen die Genossen das Feld jedenfalls nicht: Mit Lothar Liebwein schicken die Roten wieder einen Bewerber ins Rennen.

Kann Liebwein nicht die Mehrheit der Wähler für sich verbuchen, dann geht nicht nur die SPD-Ära zu Ende, sondern auch die Zeit, in der Tüßling von einem Mann geführt wurde. Denn die CSU hat eine Frau nominiert – Stephanie von Pfuel. Die Schlossherrin, die man weitum als Gastgeberin der Gartentage, des Weihnachtsmarktes und vieler kultureller Veranstaltungen auf dem herrschaftlichen Anwesen kennt, hat zuletzt schon Erfahrung mit der Arbeit im Rathaus sammeln können, als sie den erkrankten Heinrich Hollinger vertreten musste.

Einen weiteren Bewerber um den Chefsessel im Rathaus gibt es nicht. Denn die dritte Fraktion, die im Marktgemeinderat vertreten ist, stellt keinen Kandidaten: Die Freien Wähler haben darauf verzichtet, diese Option zu ziehen, obwohl Fraktionssprecher Helmut Wittich, der die FW-Liste für den Marktgemeinderat anführt, seine Chancen als gar nicht so schlecht eingeschätzt hat. Dennoch hat er sich gegen eine Kandidatur entschieden, weil die Probleme der Kommune, allen voran die klamme Finanzlage, langwieriger Natur seien und daher nicht in einer einzigen Amtsperiode, für die er im Alter von bald 66 Jahren maximal noch zur Verfügung stünde, zu bewältigen seien.

So könnten die FW-Wähler zum entscheidenden Faktor, zum Zünglein an der Waage bei der Bürgermeisterwahl werden. Eine offizielle Empfehlung hat die Führung der Gruppierung nicht ausgesprochen. Wittich hat aber keinen Hehl aus seiner persönlichen Ansicht gemacht. Mehrfach hat er Stephanie von Pfuel die nötigen Fähigkeiten attestiert und die Vorbehalte der Verfügbarkeit und des Eigennutzes als "völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnet.

Im Marktgemeinderat wollen die Freien Wähler den fünften Sitz, den sie 2008 nur knapp verfehlt haben, erreichen. Auch die SPD, wie die FW aktuell zu viert im 16er-Plenum, haben dieses Ziel ausgegeben. Die CSU wiederum will mindestens ihren Stand von acht Mandaten halten – und hat darüber hinaus die absolute Mehrheit im Visier. Gelingen könnte dies entweder durch den Zugewinn eines Mandates oder durch den Sieg bei der Wahl des Bürgermeisters, dessen Stimme die 17. bei Entscheidungen ist. Oder durch beides. − sh

project

Lothar Liebwein ist der Kandidat der Tüßlinger SPD.

project

Stephanie von Pfuel wurde von der CSU ins Rennen geschickt.

Diesen Artikel weiterempfehlen: