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OB-Wahl in Reichenhall: Jeder gegen jeden statt einer für alle

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Es wird wohl auf eine Stichwahl hinauslaufen, glauben viele in Bad Reichenhall. Bei sieben Bewerbern um das Oberbürgermeisteramt traut sich kaum jemand, auf einen Sieg im ersten Wahlgang zu setzen. −Foto: Corinna Anton

von Corinna Anton
Es wird wohl auf eine Stichwahl hinauslaufen, glauben viele in Bad Reichenhall. Bei sieben Bewerbern um das Oberbürgermeisteramt traut sich kaum jemand, auf einen Sieg im ersten Wahlgang zu setzen. Spätestens seit auch noch Liedermacher Hans Söllner (*1955) seine Kandidatur angekündigt hat, scheint alles möglich in der Kurstadt. Nicht dabei ist der Mann, der als erster Kandidat präsentiert wurde. Einer für alle, einer gegen den CSU-Amtsinhaber, das war einmal der Plan. FWG, SPD, FDP und die Grünen hatten sich bereits im Mai vergangenen Jahres zusammengetan und Boris Bregar als ihren überparteilichen Bewerber vorgestellt. Eine Überraschung, auf die zwei Monate später ein Paukenschlag folgte: In einer Kampfabstimmung um die Kandidatur verlor der amtierende CSU-Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner (*1971) gegen den CSU-Ortsvorsitzenden und jüngsten Stadtrat, den Juristen Dr. Christoph Lung (*1989). Statt sich geschlagen zu geben, gründete Lackner, ebenfalls Jurist, seine eigene Liste und ließ sich von ihr nominieren, während Gemeinschaftskandidat Bregar einen Rückzieher machte. Die CSU gespalten, aber ohne Herausforderer, so sah es nur kurz aus. Denn bei der Bürgerliste Reichenhall, die erstmals als eigenständige Gruppierung antritt, kristallisierte sich da schon die Kulturreferentin des Stadtrats, Schulrätin Monika Tauber-Spring (*1962), als Bewerberin heraus. Und die vier, die im Mai noch gemeinsam aufgetreten waren, schickten eigene Kandidaten ins Rennen: die SPD ihren Ortsvorsitzenden und Stadtrat Guido Boguslawski (*1975), auch ein Jurist und Kreisgeschäftsführer beim VdK, die Grünen die Archäologin und Architektin Dr. Pia Heberer (*1958) und die FWG die Rechtsanwältin Ania Winter (*1968). Nur die FDP verzichtete und kündigte stattdessen an, CSU-Kandidat Lung zu unterstützen. Gern dabei gewesen in der Riege der Bewerber wäre auch Stefan Glas, den die Bayernpartei nominiert hatte. Doch im Dezember und Januar warb er vergeblich um Unterstützer, bekam die nötigen 180 Unterschriften nicht zusammen und war somit aus dem Rennen, bevor es richtig begann. Anders Söllner: Auch er musste 180 Unterschriften sammeln, ebenso wie Lackner und Tauber-Spring. Der Amtsinhaber mit 307 und die Kulturreferentin mit 424 Unterschriften nahmen die Hürde recht locker. Söllner hatte sich wohl mehr erhofft als 204, die es am Ende waren. Die Zeit sei vielleicht noch nicht reif, meinte er, als sich abzeichnete, dass er die 180 gerade so schaffen würde.

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