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Nur sieben Prozent sind unter 30

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In der Großen Kreisstadt dürfen etwa 14900 Bürger wählen. −Fotos: Corinna Anton

von Corinna Anton
Große Auswahl haben die Bürger der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall. Amtsinhaber Dr. Herbert Lackner und sechs Herausforderer bewerben sich um das Oberbürgermeisteramt. Vier Juristen und ein Liedermacher, eine Archäologin und eine Schulrätin konkurrieren um den Chefsessel im Rathaus (Fotos unten, mehr dazu auf Seite 6). Um die 24 Plätze im Stadtrat bewerben sich 132 Reichenhaller. Das heißt, dass auf einen Sitz 5,5 Kandidaten kommen. Lange suchen müssen die rund 14900 Wahlberechtigten in Zeiten von "Fridays for Future" nach Kandidaten der Generation U 30: Neun sind es insgesamt, vier davon bei der FDP. Ein Blick auf die Wahlvorschläge zeigt außerdem: Elf Bewerber sind über 75 Jahre alt (Jahrgang 1945 und älter). Und der Frauenanteil liegt zwischen null und 50 Prozent. Die kürzeste Liste hat nur vier KandidatenBisher sind CSU, FWG, SPD, FDP sowie Bürgerliste Reichenhall und die Grünen im Stadtrat vertreten. Wobei die beiden letzten eine Fraktionsgemeinschaft bilden. Diesmal treten sie mit je einer eigenen Liste an. Hinzu kommen die AfD und die Liste Lackner des amtierenden Oberbürgermeisters, der von der CSU nicht wieder aufgestellt worden war. Die 45 Frauen und 87 Männer verteilen sich auf acht Listen, die unterschiedlich lang sind. Jeweils 24 Namen – so viele wie maximal möglich – stehen in den Spalten von CSU, Grünen, FWG und Bürgerliste. Die kürzeste Liste hat die AfD mit vier Kandidaten. Die FDP schickt acht Personen ins Rennen, SPD und Liste Lackner je zwölf. Die Bayernpartei wollte ebenfalls antreten, hatte aber nicht die nötigen 180 Unterstützer-Unterschriften bekommen. Auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis setzen zwei Parteien: Die Liste der Grünen führen mit Oberbürgermeisterkandidatin Dr. Pia Heberer und Julia Schmied zwei Frauen an, dann wechseln sich männliche und weibliche Namen ab. Einzige Ausnahme: Auf Platz 15 und 16 stehen zwei Männer. Bei der SPD steht Oberbürgermeisterkandidat Guido Boguslawski auf Platz 1, dahinter die amtierende Stadträtin Güldane Akdemir, abwechselnd geht es weiter bis zum letzten Platz. Fast die Hälfte machen Bewerberinnen auch bei der FDP aus: drei von fünf sind es, die die Plätze 4, 6 und 7 einnehmen. Zu zehnt und damit ebenfalls noch vergleichsweise knapp in der Unterzahl sind die Frauen bei der Bürgerliste. Nach Monika Tauber-Spring und Dr. Sonja Stibi auf den Positionen 1 und 3 folgen weitere Kandidatinnen aber erst wieder ab Platz 11. Sieben von 24 Namen sind auf der Liste der FWG weiblich. Wie bei den Grünen gibt es auch hier eine Doppelspitze: Auf Ania Winter folgt Kari Stock. Ebenfalls auf der oberen Hälfte stehen Manuela Dormann (7), Stadträtin Vera Kaniber (9) und Karin Freyer (12). Drei Frauen finden sich auf der Liste von Dr. Herbert Lackner, darunter seine Ehefrau Anna Lackner auf dem zwölften und letzten Platz. Vier von 24 Positionen hat die CSU mit Kandidatinnen besetzt, davon drei in der ersten Hälfte: Stadträtin Stephanie Kunz auf 3, Sabine Knoll-Ziegler auf 5 und Eva Dietl auf 10. Keine Frau kandidiert für die AfD. Während die Grünen und SPD den höchsten Frauenanteil aufweisen können, schneiden sie auf der Suche nach Kandidaten unter oder um die 30 schlecht ab. Jüngster auf der SPD-Liste ist Spitzenkandidat Boguslawski, Jahrgang 1975. Ältester und einziger über 75 ist Stadtrat Dr. Wolf Guglhör (*1944) auf Platz 3. Die Jüngste bei den Grünen ist Hanna Spiegel (*1989) auf Position 4. Mit Peter Friedrich auf Platz 22 haben sie den ältesten Bewerber um den Stadtrat überhaupt: Er wurde 1937 geboren. Vertreter der Generation 75 plus finden sich zudem auf den Plätzen 14 und 16 mit Edda Rettelbach (*1940) und Udo Lindauer (*1942). Auch die AfD hat keine Bewerber unter 30, die jüngsten sind Jens Schosnowski und Martin Winckler, beide Jahrgang 1975, der älteste ist Hans Peter Schweickhardt (*1940). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Bürgerliste: Die jüngste Kandidatin ist Sarah Tichowitsch (*1985) auf Platz 19, direkt gefolgt von der einzigen Bewerberin über 75, Nora Lehmann (*1940) auf Position 20. Zwei unter 30-Jährige kandidieren auf der Liste Lackner: Isabella Squarra (*1991) auf Platz 4 und Xaver Dorfer (*1994) auf Position 6. Die Liste ist die einzige ohne Kandidaten, die älter als 75 sind. Der Senior ist Werner Mägerle, Jahrgang 1948, auf dem zweiten Platz gleich hinter Amtsinhaber und Namensgeber Dr. Herbert Lackner. Einen Kandidaten unter 30 hat die FWG aufgestellt: Florian Huber (*1993) belegt Platz 5, direkt hinter ihm findet sich mit Fritz Grübl (*1944) einer der drei Ältesten. Ebenfalls Ü75 sind Friedrich Baumann (*1944) auf Platz 20 und Max Gastager (*1940) auf dem letzten Platz. Die jüngste Bewerberin wurde 1999 geborenDer jüngste Spitzenkandidat Dr. Christoph Lung (*1989) hat auf den Plätzen 8 und 11 mit Alexander Vater (*1993) und Georg Schmölzl (*1992) zwei unter 30-jährige Mitstreiter. Den letzten Platz belegt mit Werner Steinbacher (*1943) der einzige CSU-Kandidat über 75. Deutlich jünger als alle anderen ist die FDP-Liste, die auch die insgesamt jüngste Stadtratskandidatin in Reichenhall aufweisen kann: Leonie Gratz (Platz 6) ist Jahrgang 1999. Aber auch Nick Holzheid (*1995) auf Rang 2, Mergim Fekaj (*1998) auf der 3. und Kevin Obermeier (*1991) auf der 8. Position sind noch keine 30. Älteste auf der Liste ist Ilse Pautzke, Jahrgang 1943, auf Platz 4.

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