Auf dem PNP-Wahlportal finden Sie
Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2014

  Infos zu den Kandidaten

  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

Nur ein einziger Kandidat in Petting

project

Ohne Gegenkandidat ist der Pettinger Bürgermeister Karl Lanzinger (CSU).

Die Bürger und die politischen Parteien scheinen unter dem Strich zufrieden: Wie in Kirchanschöring, Fridolfing und Taching am See gibt es auch in der Gemeinde Petting nur einen einzigen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters: den amtierenden Karl Lanzinger (CSU), der seine Funktion ehrenamtlich ausübt und hauptberuflich Abteilungsleiter eines lokalen Geldinstituts ist.

Mit seinen 48 Jahren blickt Lanzinger, der in der Gemeinde aufgewachsen ist, bereits auf 18 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik zurück: Seit 1996 gehört er dem Gemeinderat an, seit 2008 ist er Bürgermeister. Darüberhinaus ist er VdK-Ortsvorsitzender und Vorsitzender der Pettinger CSU.

Die Gemeinde Petting kann sich auf eine gute Infrastruktur stützen. Ärzte, attraktive Geschäfte und ein leistungsfähiges Handwerk ziehen auch aus den umliegenden Gemeinden Kunden an, ein öffentliches Strandbad in Kühnhausen, ein Segelhafen, eine kleine Brauerei und das Naherholungsgebiet im Schönramer Filz machen die Gemeinde liebens- und lebenswert. Auf der Wunschliste der Kommunalpolitik stehen allerdings weitere Baugebiete für heimische Familien und die Schaffung zusätzlicher Gewerbeflächen. Die äußeren Bedingungen geben Grund zur Hoffnung.

So idyllisch die Gemeinde am See gelegen sein mag, der innere Friede und Zusammenhalt waren in der zu Ende gehenden Amtsperiode des Gemeinderats nicht immer ungetrübt. Kommunalpolitische Auseinandersetzungen erhitzten die Gemüter. Unvergessen ist die Demonstration aufgebrachter Bürger vor dem Rathaus, als drinnen die gewählten Vertreter über den Verkauf eines Seegrundstücks in Kühnhausen entscheiden sollten, das die Gemeinde geerbt hatte. Der heftige Protest beeindruckte einige Räte dermaßen, dass sie ihre Verkaufsabsicht revidierten und das Haus am See samt Grundstück im Eigentum der Gemeinde beließen. Was daraus nun werden soll, darüber wird sich der neue Gemeinderat Gedanken machen müssen.

Auch der geplante Bau eines neuen Schulhauses samt Turnhalle am südlichen Ende des Ortes spaltete die Bürger der kleinen Kommune in zwei Lager. Vielen waren die Neubaupläne, die eine knappe Mehrheit des Gemeinderats verfolgte, zu teuer. Bürgermeister Karl Lanzinger und die Räte der CSU, die für einen neuen Standort der Schule eintraten, erlitten bei einem Bürgerentscheid eine deutliche Niederlage. Nun heißt es für die Kommunalpolitik, Schule und Turnhalle im Dorf zu belassen und eine befriedigende Lösung zu finden.

Bei schwierigen Entscheidungen im Gemeinderat zeichnete sich immer wieder ein Problem ab: CSU und Freie Wähler stellen je sieben Gemeinderäte und bilden damit zwei gleich starke Lager. Das Zünglein an der Waage war dann bei Kampfabstimmungen Bürgermeister Karl Lanzinger. Doch können knappe Mehrheiten bei wichtigen Abstimmungen auf Dauer eben auch problematisch sein, wie das Beispiel Petting lehrt.

Ob die Wahlen andere Mehrheitsverhältnisse bringen und die Ausübung seines Amtes für Lanzinger dadurch ein wenig leichter wird, muss sich zeigen. So oder so stehen wichtige Aufgaben an für den neuen Rat. Vorrangig sind der Bau des neuen Schulhauses und der Breitbandausbau. Besonders der Neubau der Grundschule dürfte den Räten viel Arbeit bescheren. Das Gebäude soll nun auf einem kirchlichen Grundstück neben der Turnhalle entstehen.

Was den Breitbandausbau in Petting betrifft, "kann und muss noch einiges getan werden, um den Bürgern in der ganzen Gemeinde endlich ein flächendeckendes schnelles Internet bieten zu können", sagt der Bürgermeister.

Einen schönen Erfolg freilich hat Karl Lanzinger kurz vor dem Ende seiner ersten Amtsperiode als Bürgermeister feiern dürfen: Petting wurde, zusammen mit den anderen Seeanrainerkommunen, zu einer Ökomodellregion des Freistaats Bayern erklärt. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Landwirtschaft, Tourismus und Nahversorgung mit Lebensmitteln und könnte auch zur Verbesserung der Wasserqualität des Sees beitragen.

Lanzinger beteuert, dass ihm auch künftig der Erhalt der Regionalität, die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen und die ständige Kommunikation mit den Bürgern wichtige Anliegen sein werden.  − kmz

Diesen Artikel weiterempfehlen: