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Lehrer, Bestatter oder Filmemacher?

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Das Rathaus wird umgebaut – das gilt im übertragenen Sinn auch für den Stadtrat: Mindestens fünf der 24 amtierenden Räte werden im künftigen Plenum nicht mehr vertreten sein. Und gewiss ist auch, dass ab Mai ein neuer Bürgermeister hinter diesen Mauern das Sagen haben wird. Denn Herbert Hofauer kandidiert nach 25 Jahren im Amt nicht mehr. −Foto: Hölzlwimmer

Fast eine Generation von Altöttingern kennt es nicht anders: Wer nicht über 30 Jahre alt ist, dürfte sich an keinen anderen Bürgermeister als Herbert Hofauer erinnern können. 1995 wurde er in der Nachfolge von Richard Antwerpen zum Stadtoberhaupt gewählt. Seither sind 25 Jahre vergangenen – ein Zeitraum, welchen man in kommunalpolitischer Hinsicht durchaus als Ära bezeichnen kann. Diese geht nun zu Ende. Wie im Januar 2019 angekündigt, kandidiert der Freie Wähler bei der nun bevorstehenden Kommunalwahl nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters. In der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrates im Mai wird sein Nachfolger vereidigt. Wer es sein wird, das entscheidet sich beim Urnengang am 15. März respektive zwei Wochen später, sofern die Entscheidung nicht im ersten Wahlgang fallen und in der Folge eine Stichwahl erforderlich werden sollte. Zur Wahl stehen drei Kandidaten – und damit exakt so viele wie vor sechs Jahren. Nachdem 2008 niemand gegen Hofauer angetreten war, hatte es 2014 einen Dreikampf gegeben, in dem sich Amtsinhaber Hofauer mit 65,5 Prozent der Stimmen deutlich gegen seine Herausforderer Hubert Rothmayer (27,2 Prozent) von der SPD und Günther Vogl (7,3 Prozent), der seinerzeit noch für die Republikaner angetreten war, durchgesetzt hatte. Bei der nun bevorstehenden Wahl ist keiner von den damaligen Kandidaten mehr im Rennen, die politischen Kräfte gehen durchweg mit neuem Personal an den Start. Einen Anlauf unternimmt auch die CSU – erstmals seit langer Zeit. Vor 18 Jahren hatte sie auf Karlmann Detter gesetzt, danach zwei Mal ausgesetzt. Nun will sie das höchste Amt in der Stadt wieder mit einem Kandidaten aus den eigenen Reihen besetzt wissen: Stephan Antwerpen. Der 55-jährige Berufsschullehrer gilt als Favorit, nicht zuletzt, weil er in vielfältiger Weise in seiner Heimatstadt Altötting engagiert und bestens vernetzt ist, sondern auch, weil er in der Kommunalpolitik schon viel Erfahrung vorweisen kann. Bereits seit 2002 ist er im Stadtrat und dessen Referent für Jugend und Sport. Und seit 2008 vertritt Stephan Antwerpen auch die Interessen Altöttings sowie aller Landkreisbürger im Kreistag. Dass Antwerpen seinen Hut in den Ring werfen würde, wurde bei der Hauptversammlung der CSU klar gemacht: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Antwerpen bekannt gegeben, für eine Kandidatur zur Verfügung zu stehen. Das war reichlich bald – und doch war die SPD der Konkurrenz voraus. Genau am selben Tag war sie schon einen Verfahrensschritt weiter und nominierte ihren Spitzenmann – Marco Keßler. Der 45-Jährige startete seine politische Karriere auswärts: 2002 trat er der SPD bei – in Dachau. Beruflich kam er 2004 in den Landkreis Altötting, seit 2010 lebt der selbstständige Bestattungsunternehmer in Altötting. Seit 2014 steht Keßler an der Spitze des SPD-Ortsvereins, seit 2015 ist er zudem stellvertretender Vorsitzender des Unterbezirks. Aktiv ist er aber nicht nur für die SPD, sondern auch anderweitig. Unter anderem ist er Vorsitzender des Fördervereins der Weiß-Ferdl-Schule sowie seit kurzem auch der Arbeiterwohlfahrt. Den beiden Kandidaten der arrivierten Parteien die Stirn bieten wird ein absoluter Politneuling: Marcel Seehuber. Der selbstständige Kameramann und Filmemacher kommt aus dem Altöttinger Mieter Konvent (AMK). Aus dessen Reihen und Umfeld wurde zuerst der radfahrer- und fußgängerfreundliche Verkehr, dann auch der bezahlbare Wohnraum thematisiert – aus diesem Engagement hat sich die Wählergruppierung "Die Liste" entwickelt. Und die hat den 43-Jährigen, der in München geboren worden ist, dessen Heimatstadt aber dennoch Altötting ist, zu ihrem Spitzenkandidaten gemacht – nicht, was die Stadtratsliste betrifft, die von Melanie Mühlberger angeführt wird und auf der er sich nur auf Platz 6 findet, wohl aber bezüglich des Chefsessels im Rathaus. − sh

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