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Kommunalwahl 2020: Mitbestimmen, was in Regen läuft

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Nicht immer fallen im Regener Stadtrat die Entscheidungen so einmütig, wie bei der Haushalts-Sitzung im April 2018

Die Kreisstadt stehe am Scheideweg zwischen "Dauersanierungsfall" und "zukunftsfähiger Kreisstadt" - so drastisch bewertet der parteilose Bürgermeisterkandidat Robert Sommer die Lage. So klar wie kein anderer Bewerber positioniert er sich gegen den geplanten Neubau des Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseums. Der gelernte Finanzbeamte und selbstständige Unternehmer wettert gegen das "System Rathaus" und verspricht im Fall seiner Wahl Transparenz und Kooperation – etwa in Form von Besprechungen mit den Fraktionsführern des Stadtrats, so wie es in der Kreispolitik üblich ist. Sommer will die Stadtmitte durch ein Gesundheitszentrum beleben – und dadurch, dass es am Stadtplatz wieder Kurzzeitparkplätze geben soll. Die städtische Verkehrsüberwachung will Sommer abschaffen. Teisnacher kandidiert in Regen für die AfDErstmals bewirbt sich ein Kandidat der Alternative für Deutschland (AfD) um das Bürgermeisteramt in der Kreisstadt. Der 54-jährige Diplomfinanzwirt Thomas Seidl ist zwar in Regen geboren, wohnt aber als einziger Kandidat nicht in Regen, sondern in der Gemeinde Teisnach Mit seiner Ausbildung als Beamter der Zollverwaltung und diplomierter Finanzwirt (FH) und seinem beruflichen Werdegang attestiert sich der Vater von zwei erwachsenen Kindern die höchste Verwaltungs- und Finanzkompetenz aller Kandidaten. Er traut sich zu die Stadtfinanzen zu sanieren und die Verwaltung zu reformieren. Weitere Punkte seines Programms: Jungen Familien und Bauwilligen sei Bauland anzubieten, bestehender Wohnraum zu erfassen und optimal zu nutzen. Die Kindergartenprobleme will er mit dem Ausbau der bestehenden Einrichtungen lösen. Für Jugendliche will Seidl eine zentrumsnahe Einrichtung mit Betreuer anbieten, Eigeninitiative und Mithilfe der Jugendlichen setzt er voraus. Die Ansiedlung von neuen Betrieben will Seidl zur Chefsache machen. Betriebsabwanderung und "Betriebsvertreibungen durch Unprofessionalität und Schlafmützigkeit" dürfe es nicht mehr geben. Den Bürgern verspricht er "größtmögliche Einsicht und Information". Amtszeit von knapp acht Jahren Mit knapp acht Jahren war die jetzt zu Ende gehende Amtszeit von Bürgermeisterin Ilse Oswald überdurchschnittlich lang. Sie war im September 2012 mit 51 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Sechs Jahre zuvor hatte Oswald Amtsinhaber Walter Fritz entthront. Bei den Wahlen 2012 hatte Ilse Oswald zwei Gegenkandidaten: Hermann Keilhofer von der CSU, der 25 Prozent der Stimmen bekam und Andreas Kroner, der für die SPD 24 Prozent holte. Seit 2014 ist der aktuelle Regener Stadtrat im Amt. Die Kommunalwahlen hatten die Sitzverteilung nur wenig verrändert. Keine Partei hatte eine absolute Mehrheit. Die CSU-Fraktion, größte Fraktion im Regener Stadtrat, hatte einen Sitz verloren, so dass sie in der jüngsten Legislaturperiode statt wie zuvor zehn nur mehr neun Stadträte stellte. Bei den Freien Wählern blieb es bei sieben Sitzen, die SPD stellte wie zuvor fünf Stadträte. Die Grünen hatten nach der Wahl 2014 nicht mehr nur zwei, sondern drei Sitze im Regener Stadtrat. Stimmenkönig aller Stadträte war Josef Weiß. Der damalige 3. und spätere 2. Bürgermeister hatte im Stadtgemeindegebiet 4589 Stimmen geholt. Auf Platz zwei und drei folgten zwei "Rote": Andreas Kroner (4143 Stimmen) und Sigrid Schiller-Bauer (3474) von der SPD. Werner Rankl von den Freien Wählern bekam 3170 Wählerstimmen, Wolfgang Stoiber von der CSU 2935. Damit hatte Stoiber die meisten Stimmer aller neuen Kandidaten eingefahren. Gut runderneuert ist der Stadtrat dann im Mai 2014 in die neue Legislaturperiode gestartet. Mehr als ein Drittel im Gremium war neu. Es waren dies: Von der CSU: Wolfgang Stoiber, Armin Pfeffer, Daniel Killinger (mittlerweile zurückgetreten) und Günther Arend; von der SPD: Helmut Kramhöller, Thomas Pertler (mittlerweile zurückgetreten) und Thomas Kaehler; Bündnis 90/Die Grünen: Dagmar Spiewok (mittlerweile zurückgetreten); Freie Wähler: Franz Triendl. Die Wahlbeteiligung an der Stadtratswahl war mit 45 Prozent recht schwach. Da machte es sich bemerkbar, dass im März 2014 kein Bürgermeister zu wählen war. − igfDIE GEMEINDE Einwohner: 11017 Wahlberechtigte: 8879 Erstwähler: 695 Schuldenstand (31. Dezember 2018): 21018681 Euro (mit Stadtwerken) Pro-Kopf-Verschuldung: 1911 Euro. Wahlbeteiligung 2014: 45 Prozent (nur Stadtrat) Gegenwärtige Sitzverteilung im Gemeinderat/Stadtrat: CSU 9 SPD 5FWG 7 Grüne 3

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