Auf dem PNP-Wahlportal finden Sie
Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2014

  Infos zu den Kandidaten

  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

Heinrich Trapp juckt es noch einmal

project

Die noch nicht beendete Fusion des Donau-Isar-Klinikums, hier das Krankenhaus Landau, hat Heinrich Trapp bewogen, sich zum fünften Mal zum Landrat wählen zu lassen.  − Fotos: Birgmann/LNP

So einen wie Heinrich Trapp dürfte es eigentlich gar nicht geben: Ein "Roter" als Landrat im Herzen des schwarzen Niederbayern. Der heute 62-Jährige beerbte als Landtagsabgeordneter 1991 seinen CSU-Vorgänger Fritz Ettengruber, der völlig überrascht gestorben war, mit deutlicher Mehrheit – auch deshalb, weil es der CSU damals nicht gelungen war, auf die Schnelle einen gewichtigen Gegenkandidaten aufzubieten.

Dieser Erfolg war keine Eintagsfliege: 1997 trat Trapps heutiger Stellvertreter Georg Eberl für die Christsozialen an – und kassierte eine bittere 75-zu-25-Niederlage. 2002 hatte die CSU deshalb auf einen Gegenkandidaten verzichtet, bevor Dr. Helmut Steininger 2008 seinen Hut in den Ring warf. Der frühere Landauer Bürgermeister holte achtbare 30 Prozent.

CSU verzichtetauf Herausforderer Vor dem Urnengang 2014 rechneten politische Freunde wie Gegner damit, dass Heinrich Trapp die unter seiner Amtszeit erzielten Erfolge zum Abschied aus der Politik nutzt: Der Landkreis hat eine moderne Schullandschaft, die Infrastruktur ist einem Hightech-Standort angemessen, Dingolfing-Landau steht in bundesweiten Rankings blendend da, und die beiden Kreiskrankenhäuser sind durch die Fusion mit Deggendorf mittelfristig gesichert. Doch Pustekuchen: Der SPD-Landrat will zum fünften Mal gewählt werden – die CSU lässt ihn und verzichtet erneut auf einen Herausforderer.

Es sind die Krankenhäuser, die Heinrich Trapp nicht ruhen lassen: In der Auseinandersetzung um die Kliniken sei er dermaßen ungerecht behandelt und persönlich verletzt worden, dass er Angst habe, eine Nichtkandidatur könne ihm als Resignation ausgelegt werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: "Ich bin gesund. Ich weiß, wie’s geht. Und mein Kampfgeist ist herausgefordert", sagt er. "Und die beiden Krankenhäuser Landau und Dingolfing sollen zukunftssicher aufgestellt sein, wenn ich aus dem Amt scheide."

Solo-Auftritt also bei der Wahl zum Landrat – ganz anders dagegen die Wahlen zum Kreistag. Dort hat es 2008 mächtig gescheppert: Die CSU verlor vier Sitze und damit – gemeinsam mit den Jungen Bürgern – auch ihre absolute Mehrheit. Die SPD kam mit einem Sitz weniger noch glimpflich davon.

Große Gewinner waren vor sechs Jahren die kleinen Parteien: Plus zwei bei den Freien Wählern, jeweils plus eins bei ÖDP und Republikanern sowie die FDP mit einem Sitz ganz neu im Plenum.

Heuer wird es noch ein bisschen unübersichtlicher: Mit den Grünen kehrt eine frühere Kreistagsfraktion zurück, die 1996 letztmals im Landkreis angetreten war. Im Rahmen der Anti-Atomkraft-Demonstrationen in Niederaichbach hauchten viele jüngere Leute, darunter vor allem Frauen, dem Kreisverband neues Leben ein. Nun wollen die Grünen von dem allgemeinen Trend profitieren, dass der Wähler seit geraumer Zeit gerne kleinere Gruppierungen unterstützt. Und selbst die FDP hat sich verstärkt, nachdem im vergangenen Jahr ein Republikaner-Kreisrat zu den Liberalen übergelaufen ist. − tom

project

Landrat Heinrich Trapp tritt zum fünften Mal an.

Diesen Artikel weiterempfehlen: