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Es geht vor allem um Details

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Florian Gams (SPD) setzt auf Kontinuität.

von Helmuth Rücker
Die Schlagzeile von 2014 hat sich eingeprägt: "Sensation: Vilshofen wählt Gams". Vier Bürgermeister-Kandidaten hatte es vor sechs Jahren gegeben. Anfangs sah es so aus, als ob Georg Krenn (CSU) keine Probleme haben wird, seine sechsjährige Amtszeit um die gleiche Zeit zu verlängern. Doch im ersten Wahlgang reichte es knapp nicht (47 Prozent), Florian Gams kam als 30-Jähriger auf 23,3 Prozent. Die Stichwahl zwei Wochen nach der Wahl gewann Gams überraschend. Nun ist es an ihm, seinen Stuhl im Rathaus zu verteidigen. Lange sah es danach aus, dass es fünf Bürgermeisterkandidaten geben könnte, nachdem die ÜW angekündigt hatte, auf jeden Fall einen zu bringen und auch bei FWG/Grüne gab es erst einmal die Aussicht auf eine Kandidatin (Silvia Ragaller). Sehr früh warf Hansi Brandl seinen Hut in den Ring. Lange wurde gerätselt, wen die CSU bringen könnte, nachdem Christian Gödel ein Jahr vor der Wahl überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hatte. Die Kandidatur von Christian Eberle, dem ehemaligen Tourismus-Mann im Vilshofener Rathaus, war eine Überraschung und ein Coup zugleich. Schließlich blieben nur drei Kandidaten: Florian Gams (36), Christian Eberle (60) und Hansi Brandl (61). Eigentlich FDP-Mitglied, bevorzugte es Brandl, eine eigene Liste aufzustellen. Dafür brauchte er Unterstützungs-Unterschriften. Das wurde für ihn kein Problem. 359 Bürger befürworteten seine Kandidatur, 180 wären notwendig gewesen. Für die Stadtrats-Liste "Freundeskreis Hansi Brandl" stimmten im Vorfeld 311 Bürger. Brandl begann sehr früh mit dem Wahlkampf. Er setzt auf seine wirtschaftliche Kompetenz. Unermüdlich ging er im Stadtgebiet von Firma zu Firma, ließ sich bei allen Versammlungen blicken, ergriff bei den Bürgerversammlungen das Wort. Christian Eberle stieg mit seinem Team später in den Wahlkampf ein. Schwerpunkt der CSU sind die Begehungen in den Ortsteilen. So erfahren Bürgermeister- und Stadtratskandidaten, wo die Bürger der Schuh drückt. Oft geht es dabei um Details: Der nicht geräumte Radweg im Winter, der Dreck in den Gassen, der fehlende Bauplatz im Dorf oder das Schlagloch in der Straße. Florian Gams setzt auf Ruhe und Harmonie. Er macht in den Versammlungen die Zusammenhänge deutlich, erklärt, warum sich Projekte über so lange Zeit hinziehen, setzt auf Kontinuität. Als er vom Vilshofener Anzeiger gebeten wurde, mit einer Mimik zu zeigen, wie er schauen würde, sollte er in die Stichwahl kommen, ist zu erkennen: "Autsch! Das tut weh."

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