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Eine Wahl so bunt wie keine zuvor

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Hier wollen sie regieren: das Rathaus von Passau. −Foto: Jäger

von Thomas Seider
Die Qual der Wahl war in der Stadt Passau noch nie so groß wie jetzt bei der Kommunalwahl 2020: Acht OB-Kandidaten bewerben sich und zehn Stadtratslisten, so viele wie noch nie. Der amtierende OB Jürgen Dupper (SPD, OB seit 2008, Stadtrat seit 1990) bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. Als aussichtsreichster Herausforderer gilt CSU-Kandidat Georg Steiner (Stadtrat der Bürgerliste 1992-99 und der CSU seit 2014). Dupper zu schlagen ist schwer. Seine beiden Wahlsiege 2008 und 2014 hat er mit überragenden Ergebnissen geholt. Vor zwölf Jahren hatte er in einem Sturmlauf dem vormaligen CSU-OB Albert Zankl das Amt abgenommen. Bei damals vier OB-Kandidaten war er schon im ersten Wahlgang mit 47 Prozent deutlich vor OB Zankl mit 38 gelegen. Bei der Stichwahl machte er daraus gar 61 gegen 39 Prozent. Vor sechs Jahren dann brauchte Dupper gar keinen zweiten Wahlgang, obwohl es damals bereits fünf OB-Kandidaten waren und eine Stichwahl rechnerisch umso wahrscheinlich wird je mehr Kandidaten es sind. Dupper kam auf knapp 65 Prozent im ersten Wahlgang weit vor der damaligen CSU-Kandidatin Rosemarie Weber mit gut 18 Prozent, Urban Mangold (ÖDP) mit 9 Prozent, Ursula Karl-Hellwing (PaL) mit etwas über und Karl Synek (Grüne) mit etwas unter 4 Prozent. Diesmal mit nun sogar acht OB-Kandidaten wird rechnerisch eine Stichwahl also noch wahrscheinlicher, hoffen zumindest Duppers Herausforderer – sagt doch ein ungeschriebenes Gesetz: Muss ein amtierender OB in die Stichwahl, dann verliert er sie (Ausnahmen bestätigen die Regel). Bei den letzten Stichwahlen in Passau stimmte es jedenfalls: 2008 verlor OB Zankl die Stichwahl gegen Dupper, 2002 OB Willi Schmöller (SPD) gegen Zankl und 1990 OB Hans Hösl (CSU) gegen Schmöller. Georg Steiner soll die in Passau seit 1990 zwischen CSU und SPD hin- und hergereichte OB-Krone also für die CSU zurückholen. Steiner ist ein erfahrener Stadtrat, er war schon 1992 bis 1999 im Gremium und ist es seit 2014 für die CSU wieder. Die meiste Erfahrung als OB-Kandidat von allen acht Bewerbern inklusive Dupper hat Urban Mangold (ÖDP, Stadtrat seit 1992, 2. Bürgermeister seit 2008): Er kandidiert bereits zum vierten Mal zum OB. Vor sechs Jahren kam er auf 9 Prozent, vor zwölf Jahren sogar auf 13. Noch drei weitere OB-Kandidaten sind amtierende Stadträte: Matthias Koopmann kandidiert für die Passauer Liste (PaL), er wurde erstmals 2002 damals auf der ÖDP-Liste in den Stadtrat gewählt. Siegfried Kapfer ist Kandidat der FWG (nicht zu verwechseln mit der Partei Freie Wähler von Hubert Aiwagner, wie er betont) und Stadtrat seit 2008. Christa Tausch ist Kandidatin der FDP, sie wurde 2014 auf der Grünen-Liste in den Stadtrat gewählt, nachdem sie ihr zuvor bestehendes Dienstverhältnis bei der Stadt Passau beendet hatte. Zwei OB-Kandidaten sind bislang nicht im Stadtrat: Stefanie Auer wurde von den Grünen nominiert und Josef Ilsanker von der Linken. Die Linke tritt erstmals mit einem OB-Kandidaten und auch erstmals als Stadtratsliste an. Ebenfalls erstmals tritt die AfD an, allerdings in Nachfolge einer Wählervereinigung mit Namen Pro Passau, die vor sechs Jahren kandidierte und sich mittlerweile aufgelöst hat. Eine neue Liste ist Zukunft Passau – Die junge Liste, bei der bekannte Gesichter der Jungen Union zu finden sind. Sie mussten als einzige Unterstützerunterschriften sammeln und waren auch erfolgreich dabei. An der Unterschriftenhürde waren vor sechs Jahren Linke und Piraten gescheitert. Linke und AfD brauchten diesmal nicht zu sammeln, weil sie zwar nicht im Stadtrat vertreten sind, aber das zweite Kriterium erfüllen, das von der Unterschriftenpflicht entbindet: Ihre Partei kam bei der letzten Landtags- oder Bundestags- oder Europawahl auf bayerischer Landesebene über 5 Prozent. Diesmal sind es also zehn Stadtratslisten, 2014 waren es acht, die auch alle in den Stadtrat einziehen konnten. SPD und CSU holten jeweils zwölf Sitze, ÖDP sechs, Grüne fünf, PaL und FWG je drei, FDP zwei, Pro Passau einen.

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