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Das sind die Kandidaten für den Pockinger Bürgermeister-Posten

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Pockinger Stadtoberhaupt möchten fünf Bewerber werden. −Foto: Schlegel

von Markus Gerauer
Pockinger Stadtoberhaupt möchten fünf Bewerber werden. Wir stellen sie vor. Bürgermeister Franz Krah will eine dritte Amtszeit Gleich vier Mitbewerber wollen ihm diesmal seinen Posten streitig machen. Vier Mitbewerber mit ihren jeweils ganz eigenen Ideen, wie man Pocking besser machen könnte. Bürgermeister Franz Krah (Unabhängige Bürger) – nunmehr seit zwölf Jahren im Amt – verfolgt sehr wohl aufmerksam, was seine Gegenkandidaten als Argumente ins Feld führen, um beim Wähler zu punkten. Und wundert sich dabei manchmal ein bisschen. Denn dass nicht alles ideal ist, das weiß er selbst. Dass es Baustellen gibt, die in den nächsten Jahren intensiv bearbeitet werden müssen, auch das ist ihm klar. Doch sagt er auch: "Wir müssen aufpassen, dass wir uns unsere Stadt nicht schlechter reden als sie ist." Denn es gebe in Pocking vieles, was richtig gut laufe. Er scheut sich aber auch nicht, heiße Eisen anzupacken. Und ein solches ist in Pocking mit Sicherheit die Innenstadt. Dabei wehrt sich Krah ganz entschieden dagegen, dass diese bewusst schlecht geredet wird. Außerdem sei die Stadt ja dran, Konzepte für ein attraktiveres Zentrum zu entwickeln. Derzeit wird das Integrierte Stadtentwicklungskonzept überarbeitet. Doch legt Krah auch Wert auf die Feststellung, dass das nicht alleinige Aufgabe der Stadt sein kann: "Das muss Hand in Hand gehen zwischen allen Beteiligten – Stadt, Gewerbetreibenden und Grundstücksbesitzern." In Sachen Bauland indes ist Pocking auf die weiterhin ungebrochen hohe Nachfrage bestens vorbereitet. "Alle wollen nach Pocking. Ganz so schlecht kann es dann ja hier nicht sein." Manfred Baumgartner tritt für CSU an Manfred Baumgartner ist ein gefragter Mann. Nicht nur, dass der Hauptkommissar seit nunmehr 20 Jahren als festes Mitglied der Pockinger Polizeistation mit dazu beiträgt, dass es sich in der Stadt relativ sicher und friedlich leben lässt. Nein, seit er im Juli vergangenen Jahres von der Pockinger CSU, deren Vorsitzender er auch ist, zum Bürgermeisterkandidaten – und damit zu einem von insgesamt vier Herausforderern vom Amtsinhaber Franz Krah – gewählt wurde, ist seine Meinung zu Themen rund um die Stadt noch mehr gefragt als sonst. Im Wahlkampf hat man halt viel um die Ohren, das erfährt Baumgartner derzeit hautnah. Er macht’s aber gerne. Ist ihm doch der Kontakt zum Bürger, der Austausch von Meinungen und Ideen wichtig. Und so jagt derzeit eben ein Termin den nächsten. Warum tut man sich das an, wo man als Polizeibeamter quasi schon die Rente im Blick hat? "Ja, das werde ich oft gefragt", sagt Manfred Baumgartner mit einem Lachen. Sicher, er hätte es sich einfacher machen können. Das will er aber nicht. Er will Verantwortung übernehmen, mehr Verantwortung in der Pockinger Kommunalpolitik. "Da ist man einfach so drin. Ich sitze jetzt sechs Jahre im Stadtrat. Da habe ich gemerkt, dass man viel bewirken kann. Aber als Bürgermeister, da kann man noch mehr machen im Sinne der Stadtentwicklung, zum Beispiel Mehrheiten gewinnen für wichtige Projekte oder bei relevanten Themen", beschreibt der seit gestern 57-Jährige seine Motivation, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Sein großes Ziel: ein Campus für Pocking, die Stadt als Hochschulstandort. Für Baumgartner kein Luftschloss. Er verfolgt dieses Vorhaben konsequent. "Wir haben bereits Gespräche geführt mit Vertretern der Technischen Universität Deggendorf und der Universität Passau. Die Unterhaltungen waren sehr konstruktiv." Dadurch würden viele junge Menschen und Professoren in die Stadt kommen. Barbara Weiss kandidiert für die SPD "Ich habe den unbedingten Willen, Veränderungen anzugehen. Dabei setze ich vor allem auf Dialog." Liest sich schon sehr gut – und hört sich noch viel besser an, was Barbara Weiss da als ihre Zielsetzung formuliert. Ist aber auch schnell mal dahergesagt. Kennt man ja. Nicht so aber bei der 52-Jährigen. Bei ihr steckt Substanz hinter diesen Worten. Hat sie doch als langjährige Vorsitzende des über 2000 Mitglieder starken Pockinger Gartenbauvereins sowie als Vorstandsmitglied des Fitness-Clubs Pocking (rund 2700 Mitglieder) bereits bewiesen, dass sie in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen, die Richtung vorzugeben und – wenn nötig – auch Veränderungen anzustoßen. Nun will sie das im noch größeren Rahmen – quasi für ganz Pocking – tun. Denn für die SPD bewirbt sie sich bei der Kommunalwahl um den Posten des Bürgermeisters. Sie ist tief verwurzelt in der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Sie geht auf Menschen zu, ist kommunikativ. Kann aber auch gut mit Zahlen umgehen. Seit ihrer Ausbildung zur Steuerfachangestellten nämlich arbeitet sie in diesem Beruf und betreibt zudem seit 1993 auf selbstständiger Basis ein Lohn- und Buchhaltungsbüro. Barbara Weiss ist verheiratet, hat eine Tochter (31) und zwei Söhne (26 und 15). Und kommunalpolitisch hat sie bereits Spuren hinterlassen. Vor acht Jahren trat sie in die SPD ein, sie hat im Ortsverband und auch auf Kreisebene das Amt des Kassiers inne. Bei der letzten Kommunalwahl wurde sie auf Anhieb in den Pockinger Stadtrat gewählt. Dort ist sie im Finanz- und Umweltausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss tätig. Die Stadt, das merkt man im Gespräch mit ihr, liegt ihr am Herzen. Neben Innenstadtentwicklung, Verkehrskonzept und Jugend betrifft das wichtigste Anliegen von Barbara Weiss die Sicherheit in Pocking. "Um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen, ist polizeiliche Präsenz an den Brennpunkten wie Bahnhof und Stadtpark unabdingbar. Die Aufwertung der Polizeistation Pocking zu einer Polizeiinspektion ist für mich die logische Antwort auf die rasante Bevölkerungsentwicklung." Bernhard Simmelbauer (50) geht für die ÖDP ins Rennen "Ich bin Ingenieur. Ich habe gelernt, zu planen, zu gestalten, zu entwerfen, Lösungen zu finden und zu schauen, dass was vorwärts geht." Und das ist, davon ist Bernhard Simmelbauer überzeugt, genau das, was die Stadt Pocking nun braucht. Deshalb bewirbt sich der 50-Jährige jetzt um das Amt des Bürgermeisters. Vor sechs Jahren hat er das schon einmal versucht. Aus dem Stand, quasi ohne politische Erfahrung. Nun, nachdem er sechs Jahre für die ÖDP im Pockinger Stadtrat sitzt, unternimmt der Betriebswirt und Diplom-Ingenieur, der als Kfz-Sachverständiger und Unfallgutachter seit über 20 Jahren beim TÜV in Pocking arbeitet, seinen zweiten Anlauf. Klare Vorstellungen von dem, was in Pocking besser laufen könnte, hat er, der mit seiner Lebensgefährtin in Pocking wohnt und ehrenamtlich als 1. Vorsitzender des SV Pocking tätig ist, jedenfalls. "Ich bin der Meinung, dass dringend ein Ruck durch Pocking gehen muss", gibt sich Simmelbauer kämpferisch. Und einige Baustellen, an denen es anzusetzen gilt, hat er bereits ausgemacht: der Lärmschutz an der A94, das Thema Verkehr überhaupt, die Entwicklung der Innenstadt, die Gewerbeansiedlung, das Freizeitangebot in der Stadt. Egon Bernwinkler tritt für die FDP an "In Pocking muss wieder was weitergehen, da muss mal richtig Schwung rein. Neue Gesichter und neue Ideen müssen her." Egon Bernwinkler sagt das im Brustton der Überzeugung. Der 55-Jährige ist selbst ein solches neues Gesicht in der Kommunalpolitik. Und neue Idee für die Stadt Pocking, ja, von denen hat er viele im Gepäck. Und deshalb wirft Bernwinkler, der im Rottwerk tätig ist, seinen Hut in den Ring. Er will Bürgermeister von Pocking werden. Kommunalpolitisch hat man bislang noch nicht viel gehört von Bernwinkler, um nicht zu sagen: gar nichts. Er ist seit mittlerweile 15 Jahren "stilles Mitglied der FDP", wie er selbst sagt. Doch still will er nicht mehr länger bleiben. Eines seiner Hauptthemen: der Verkehr in der Pockinger Innenstadt. Der ist für Egon Bernwinkler schlichtweg eine Katastrophe. Den könnte man, so seine Vorstellung, in geregeltere Bahnen lenken. Zudem muss Pocking in den Augen von Bernwinkler ein "wenig schöner" werden, etwa am Kirchplatz oder am Naturfreibad an der Füssinger Straße. Für die Jugend wünscht er sich einen Abenteuerspielplatz.

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