Auf dem Wahlportal von Donaukurier und PNP finden Sie Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2020

  Infos zu den Kandidaten

  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

CSU großer Sieger bei Stichwahlen im Landkreis Traunstein

project

Die frisch gewählten Bürgermeister im Landkreis Traunstein.

In sieben der 34 Städte und Gemeinden des Landkreises Traunstein hatte der erste Urnengang am 15. März noch keine Klarheit gebracht. Die historische, weil wegen Corona erstmals ausschließlich per Brief durchgeführte Stichwahl musste gestern die Entscheidung in drei Städten und vier Gemeinden bringen. Sowohl in Traunreut, Tittmoning und Traunstein, als auch in Chieming, Nußdorf, Grassau und Übersee hatten Bewerber der CSU die Chance auf den Rathaus-Chefsessel. Und nutzten diese in immerhin fünf der sieben Kommunen. Traunreut:Hans-Peter Dangschat gewinnt deutlich gegen RitterHans-Peter Dangschat hat die Stichwahl in Traunreut klar für sich entschieden. Der 34-jährige CSU-Kandidat gewann mit 5696 Stimmen (64,64 Prozent) deutlich gegen Amtsinhaber Klaus Ritter von der FW, der auf 3116 Stimmen (35,36 Prozent) kam. Dangschat freute sich sehr über das eindeutige Ergebnis der Stichwahl und dankte vor allem seinen Mitstreitern: "Ohne das Team von rund 50 ehrenamtlichen Helfern wäre das nicht möglich gewesen, sie haben eine Wahnsinns-Leistung gebracht." Der 34-Jährige geht die Herausforderung mit Selbstbewusstsein an: "Ich habe mir die Kandidatur sehr gut überlegt. Die nächsten Monate werden jetzt geprägt sein von der Corona-Krise. Ich bin überzeugt, dass ich der Richtige bin, um das zu bewältigen. Ich habe von Beginn an nicht gegen jemanden gekämpft, sondern für unsere Ziele geworben. Ich will offen sein für die Menschen, mit ihnen sprechen." Klaus Ritter nahm die Niederlage einigermaßen gelassen auf: "Natürlich verliert man nicht gerne, aber ich bin nicht traurig. Ich kann Hans-Peter Dangschat nur gratulieren und ihm eine gute Hand für die jetzige schwierige Zeit wünschen. Vielleicht wollten die Traunreuter tatsächlich lieber einen jüngeren Bürgermeister, und den haben sie jetzt bekommen", so der 64-Jährige. Traunstein: Hümmer (CSU) kegelt OB Kegel (SPD) aus dem AmtNeues Jahrzehnt, neuer Oberbürgermeister: Nicht zuletzt mit diesem Wahlslogan hat Dr. Christian Hümmer (CSU) die Traunsteiner offensichtlich überzeugt: Bei der Stichwahl gaben 60,05 Prozent der Wähler dem 39-jährigen Verwaltungsjuristen ihre Stimme. Der amtierende Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) musste sich mit 39,95 Prozent um mehr als zehn Punkte deutlich geschlagen geben. Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber dem ersten Durchgang vor zwei Wochen von 57,11 auf 63,34 Prozent. Kegel erkannte die klare Niederlage an, gratulierte Hümmer und dankte all seinen Unterstützern. Er könne erhobenen Hauptes aus dem Amt gehen, werde aber auf sein Stadtratsmandat verzichten. Listennachfolger wäre Nils Bödeker. Bei der CSU rückt Rolf Wassermann für Listenführer Hümmer in den Stadtrat nach. Der neue OB reagierte mit "großer Freude und Erleichterung" auf den Wahlsieg. "Dank einer großartigen Mannschaftsleistung und der Unterstützung vieler darf die CSU nach vielen Jahrzehnten wieder den Oberbürgermeister in Traunstein stellen." Tittmoning: Die Salzachstadt bleibt weiter in CSU-HandDie Stadt Tittmoning hat sich, treu einer 40-jährigen Tradition, wieder für einen CSU-Bürgermeister entschieden. Andreas Bratzdrum gewann die Stichwahl bei einer Wahlbeteiligung von 74,6 Prozent gegen Barbara Danninger von der Freien-Wähler-Gruppierung mit 53,9 zu 46,1 Prozent. "Ich freue mich natürlich riesig und bin erleichtert, dass es so gekommen und so gut ausgegangen ist. Jetzt heißt es für den Stadtrat: Gemeinsam anpacken. Ich möchte jeden im Gremium einbinden, damit wir alle parteiübergreifend zum Wohle der Stadt arbeiten können", sagte der frischgebackene Bürgermeister gestern. Faire Worte auch von seiner Mitbewerberin Barbara Danninger: "Ich möchte Danke sagen an alle, die mich gewählt haben. Dem Andreas möchte ich gratulieren und ihm die Zusammenarbeit anbieten. Aufgrund der vielen Stimmen im Stadtrat und in der Stichwahl sehe ich es auch als Bürgerauftrag, Zweite Bürgermeisterin zu werden." Chieming: Reichelt dreht den Spieß um und ist BürgermeisterIn der Gemeinde Chieming tritt Stefan Reichelt von der CSU die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Benno Graf (UW) an. Im ersten Durchgang war Sebastian Heller (Grüne) mit 35,68 Prozent noch knapp vorne gelegen, Reichelt konnte damals 34,63 Prozent verbuchen. Gestern drehte Reichelt den Spieß um: Mit 1584 Stimmen (54,43 Prozent) eroberte er den Chefsessel im Rathaus. 1326 Bürger (45,57 Prozent) hatten für Heller votiert, der damit zum zweiten Mal nacheinander eine Stichwahl knapp verlor. Vor sechs Jahren unterlag er mit 1084:1202 Stimmen (47,4 zu 52,6 Prozent) gegen Graf. 2925 Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, die Wahlbeteiligung lag damit bei 73,99 Prozent. Reichelt freute sich sehr über das Vertrauen: "Nun möchte ich ein guter Bürgermeister für alle sein." Vor der Gemeinde lägen große Aufgaben, "die wir gemeinsam angehen müssen". Mit dem starken Gemeinderat, der bereits am 15. März gewählt wurde (wir berichteten), "werden wir das schaffen". Nußdorf: Auch nach der Gnadl-Ära hat die CSU das SagenHans Gnadl (CSU) hat 18 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde Nußdorf geleitet. Auch sein Nachfolger ist ein Christsozialer: Toni Wimmer wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Der 49-jährige Kriminalbeamte hatte vor zwei Wochen schon 43,5 Prozent der Stimmen erobert. Die Stichwahl entschied Wimmer nun deutlich mit 55,4 zu 44,6 Prozent gegen Max Eder für sich. Der Kandidat der Bürgerliste war mit 28,9 Prozent ins Stechen gekommen. Die Stichwahlbeteiligung lag bei 73,5 Prozent. Übersee: Bürgermeister Marc Nitschke (CSU) scheitert an BauerdickEine herbe Schlappe gab es für die CSU in Übersee: Der amtierende Bürgermeister Marc Nitschke verlor die Stichwahl gegen Eberhard Bauerdick mit 48,25 zu 51,75 Prozent. Vor zwei Wochen hatte Nitschke mit 39,7 Prozent noch besser abgeschnitten als sein Herausforderer von der Gruppierung "Gemeinsam für Übersee" (34,3). Grassau: Stefan Kattari (37) regiert die SPD-HochburgIn der SPD-Hochburg Grassau waren gleich fünf Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Rudi Jantke gegangen. Sein SPD-Parteikollege Stefan Kattari verpasste mit 49,3 Prozent den Triumph im ersten Anlauf nur knapp. Nun setzte sich der 37 Jahre alte Museumsleiter, Biologe und Gärtner aber, wie erwartet, durch. Mit 66,1 zu 33,9 Prozent gewann Kattari die Stichwahl gegen Thomas Göls (CSU). − tt/hr/rse/enz/ae

Diesen Artikel weiterempfehlen: