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Alle müssen gemeinsam anpacken

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Dingolfing geht es finanziell blendend – damit das so bleibt, will Bürgermeister Josef Pellkofer einen möglichst breiten Konsens.  − Foto: Birgmann

Wenn es so etwas wie einen "Bürgermeister für alle" gäbe – Josef Pellkofer hätte gute Chancen, diesen Titel zu ergattern. Denn der 53-Jährige stellt sich am 16. März zum zweiten Mal der Wiederwahl – erneut ohne Gegenkandidat und wieder mit der unausgesprochenen Unterstützung der übrigen Parteien und Gruppierungen im Stadtrat.

Dieser breite Konsens mag unter anderem daran liegen, dass Pellkofer kein "gelernter" Politiker ist: Der Jurist kam als Geschäftsleiter des Landratsamts Dingolfing-Landau 2002 in die Politik – ohne vorher ein Amt innegehabt zu haben. Zum anderen legt das Mitglied der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) selbst großen Wert auf Konsens: Er versteht den Stadtrat tatsächlich als "Kollegialparlament", nicht als Bühne der Parteien.

Das war nicht immer so, das musste er sich erst erarbeiten: Als 2002 ein Nachfolger für den langjährigen Bürgermeister Erwin Rennschmid gesucht wurde, durfte sich Josef Pellkofer als Neuling hinter den Stadtrats-Granden Matthäus Strebl (CDU) und Michael Rieger (SPD) einreihen. Im ersten Wahlgang deklassierte er gleich Rieger und lag fast auf Augenhöhe mit Strebl. Den mit allen Wassern gewaschenen Politprofi stach er im zweiten Urnengang dann mit 58 zu 42 Prozent aus. Bei seiner ersten Wiederwahl 2008 – dann schon als Einzelkämpfer mit Unterstützung der CSU – holte er schließlich eindrucksvolle 95 Prozent.

Den Konsens hat der gebürtige Straubinger Josef Pellkofer zu seinem Wahlprogramm gemacht: Möglichst viele Bürger will er von seinen Zielen überzeugen. Dingolfing geht es dank der sprudelnden Gewerbesteuer-Einnahmen blendend, doch das muss nicht so bleiben, ist sein Credo. In den "fetten Jahren" Disziplin üben und gemeinsam die Aufgaben anpacken, damit die Leistungsfähigkeit der Stadt auch in mageren Zeiten auf hohem Niveau gehalten werden kann, das ist sein Weg, auf dem er die Bürger mitnehmen will.

Beim flüchtigen Blick auf die Listen bleibt alles beim Alten: CSU, SPD, UWG und Bürgerliste wollen wieder in den Stadtrat einziehen, auch die FDP probiert es noch einmal – 2008 war sie noch gescheitert. Dennoch verspricht die Wahl Spannung: Denn die beiden großen Volksparteien müssen einen Generationswechsel vollziehen, bei der CSU werden zweite Bürgermeisterin Christina Jodlbauer und ihre Vorgänger Leo Hundhammer sowie Rudi Dandorfer dem neuen Stadtrat nicht mehr angehören, bei der SPD zieht sich Urgestein Hans Vilsmeier aufs Altenteil zurück. Diese Lücken müssen die Parteien nicht nur mit Bewerbern, sondern auch mit Stimmen füllen – Jodlbauer und Dandorfer beispielsweise waren vor sechs Jahren mit großem Abstand die "Stimmenkönige" bei der Wahl zum Stadtrat.

Und dann ist da noch der Verlust von zwei Sitzen, die die CSU vor sechs Jahren an SPD und UWG abtreten musste. Wird sie sie wieder zurückerobern? Oder setzt sich der allgemeine Trend fort, dass die Wähler ihre Stimmen über mehr und vor allem auch kleine Parteien verteilen? Und schließlich ist in Dingolfing die weit und breit schlechteste Wahlbeteiligung ein Thema: Vor sechs Jahren lag sie – wie bei den jüngsten Landtags- und Bundestagswahlen – bei unter 50 Prozent. − tom

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Bürgermeister Josef Pellkofer.

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