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Ergebnisse und Berichte rund um die Kommunalwahlen 2014

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  Live-Ticker am Wahlabend

  Wahlergebnisse ab 18 Uhr

Von spannend bis denkwürdig: Brennpunkte der Kommunalwahl

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Im Fokus steht am Sonntag unter anderem das Rathaus Passau (oben l.), wo fünf Bewerber um den Wahlsieg kämpfen, im Landratsamt Passau (unten l.) fordern ebenso vier Bewerber den Amtsinhaber heraus. Im Kreis Freyung-Grafenau ist offen, wer künftig im Landratsamt (oben r.) das Sagen hat – und in Pfarrkirchen geht es um die Nachfolge des langjährigen Stadtchefs. − F.: Jäger/Peter/Jahns/Bircheneder

von Stefanie Lindner
Vor der Bundestagswahl gibt es die Sonntagsfrage – aber wie eine Partei dann am Wahlsonntag abschneidet, kann trotzdem niemand exakt vorhersagen. Bei den Kommunalwahlen, die an diesem Sonntag in Bayern stattfinden, helfen keine Fernseh-Umfragen bei der Einschätzung. Spannend wird’s in einigen Gemeinden und Städten im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung – in anderen Orten gibt es dagegen nur einen Kandidaten. Bayernweit werden am 16. März 19 Oberbürgermeister, 58 der 71 bayerischen Landräte und 1863 Bürgermeister in insgesamt 2056 Kommunen gewählt.

Hochspannend wird’s im Rennen um den Chefposten im Landratsamt Freyung-Grafenau: Nachdem Amtsinhaber Ludwig Lankl (CSU) eine weitere Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen ausgeschlossen hatte, bekam auf den letzten Drücker CSU-Kandidat Sebastian Gruber noch Konkurrenz: Alexander Muthmann, MdL für die Freien Wähler, warf kurz vor Kandidatur-Schluss seinen Hut in den Ring. Der 57-Jährige war bereits vor Lankl eine Legislaturperiode lang FRG-Landrat. Ob er Gruber (31) gefährlich wird, ist schwer vorherzusagen.

Den größten Andrang auf ein Landratsamt in Südostbayern gibt es im Kreis Traunstein: Gleich sechs Männer, Siegfried Walch (CSU), Sepp Konhäuser (SPD), Sepp Hohlweger (Grüne), Andreas Danzer (FW/UW), Heinrich Wallner (Bayernpartei) und Helmut Kauer (ÖDP), wollen dort Landrat werden. Mit vier Gegenkandidaten – Andreas Winterer (SPD), Marieluise Erhard (FW), Agnes Becker (ÖDP) und Toni Schuberl (Grüne) – hat es der amtierende Landrat Franz Meyer (CSU) im Landkreis Passau zu tun.

Keine Wahlparty im Landratsamt: Das gibt es am Sonntag in nur einer ostbayerischen Kreis-Behörde. Michael Adam (SPD) wurde 2011 außertourlich nach dem Tod seines Amtsvorgängers als Landrat von Regen gewählt.

Nur ein Name auf dem Wahlzettel: Diese Erfahrung werden die Wähler am Sonntag in einigen Kommunen machen – sei es nun, weil der Amtsinhaber so fest im Sattel sitzt oder lokalpolitische Gruppierungen Schwierigkeiten haben, einen Kandidaten zu motivieren. Insgesamt ist das in 75 Gemeinden der Fall. Wer dort nicht den einzigen Kandidaten wählen will, hat eine Alternative: Gibt es nur einen Wahlvorschlag, kann man auf dem Wahlzettel selbst einen Kandidaten vorschlagen. Sicher im Amt ist der Chef im Landkreis Dingolfing-Landau, Heinrich Trapp (SPD). Er hat wie Michael Fahmüller, CSU-Landrat im Kreis Rottal-Inn (gewählt 2011, stellt sich vorzeitig zur Wiederwahl), keinen Gegenkandidaten.

Nach 21 Jahren wird auch in der Landeshauptstadt München der Platz des Oberbürgermeisters frei. Christian Ude (SPD) kann mit 66 Jahren aus Altersgründen nicht mehr bei einer Kommunalwahl antreten. Von den Bewerbern um seine Nachfolge – darunter Dieter Reiter (SPD), Josef Schmid (CSU), Sabine Nallinger (Grüne), Michael Mattar (FDP), Brigitte Wolf (Die Linke), Tobias Ruff (ÖDP) – bringt keiner Erfahrung als Bürgermeister mit. Das gab es zuletzt 1978.

Ebenfalls eine Zeitenwende steht in Pfarrkirchen (Lkr. Rottal-Inn) an. In der Kreisstadt tritt Georg Riedl, seit 1990 im Amt, aus Altersgründen nicht mehr an. Seine Nachfolge als Bürgermeister will CSU-Parteifreund Wolfgang Beißmann (37) antreten. Seine Gegenkandidaten sind Franziska Wenzl (SPD), Horst Lackner (FW) und Hermann Gaßner (JL/BL).

In Passau ist Jürgen Dupper (SPD) eine feste politische Größe, seit sechs Jahren amtiert er als Oberbürgermeister. Nun tritt er unter anderem gegen eine Newcomerin an. Zum allerersten Mal kandidiert mit Rosemarie Weber jemand für die CSU, der keine Erfahrung in politischen Ämtern oder Gremien mitbringt. Die weiteren Kandidaten – Urban Mangold (ÖDP), Karl Synek (Grüne), Ursula Karl-Hellwing (PAL) – wollen es aus dem Stadtrat heraus ins Amt schaffen.

Die meisten Kandidaten im PNP-Verbreitungsgebiet ums Bürgermeisteramt gibt es in Landau/Isar. Amtsinhaber Josef Brunner (CSU) tritt aus Altersgründen nicht mehr an. Um die Nachfolge bewerben sich Dr. Helmut Steininger (CSU), Armin Schrettenbrunner (UWG-FWG), Daniel Lang (SPD), Xaver Hagn (WGH), Erwin Winner (ÖDP) und Alexander Schweikl (Landau gefällt mir).

Querelen im Gemeinderat machen sich die Gremien meist vor Ort aus – so weit, so üblich. Dass ein Bürgermeister seine Stadt verklagt, ist hingegen eher ungewöhnlich. In Viechtach (Lkr. Regen) will Amtsinhaber Georg Bruckner (SPD) dennoch wiedergewählt werden. Neben Gerichtsverfahren gegen ihn hatte Bruckner gegen die Stadt Viechtach geklagt, bei der er Prozesskosten ersetzt haben wollte. Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab. Gegen Bruckner treten an: Franz Wittmann (CSU), Hans Greil (Unabhängige Viechtach-Schlatzendorf) und Christian Zeitlhöfler (Zukunft Viechtach).

Alte Hasen im Amt: Während hauptamtliche Bürgermeister mit dem Erreichen des 65. Lebensjahrs nicht mehr zur Wahl antreten können, gilt diese Regel für nebenamtliche Bürgermeister nicht. In Bayerisch Eisenstein (Lkr. Regen) tritt Josef Gabriel (CSU) mit 69 erneut für das Amt des Bürgermeisters an. 28 Jahre lang hatte er das Amt schon inne – von 1976 bis 2002. Auch in Falkenberg (Lkr. Rottal-Inn) amtiert mit Franz Pichlmeier ein Bürgermeister im fortgeschrittenen Alter von 74. Er ist seit 1972 Falkenberger  Bürgermeister und tritt wieder an. Fast genauso lang – seit 1978 – ist der Bürgermeister von Achslach (Lkr. Regen), Gerhard Mies (69), im Amt.

Skandale prägen die Landratswahl im Kreis Miesbach (Oberbayern). Verwandtenaffäre, aberkannter Doktortitel, Schwarzbau und vor allem die gesponserte Luxus-Geburtstagsparty zwangen CSU-Landrat Jakob Kreidl Ende Februar nach längerem Ausharren doch zum Rückzug aus der Politik. Doch zu diesem Zeitpunkt war es zu spät, seinen Namen von den Wahlunterlagen zu tilgen. Verfahren wird also nach folgendem Modus: Kreidl kann gewählt werden, will aber für den Fall seiner Bestätigung im Amt Verzicht üben. Dann allerdings käme es zu Neuwahlen.

Live-Ticker zur Wahl
Von den kommunalpolitischen Brennpunkten im PNP-Verbreitungsgebiet berichtet die Online-Redaktion am Wahlabend aktuell. Auf dem Online-Portal www.wahl.info können Sie, liebe Leser, die Geschehnisse der Kommunalwahlen über einen Live-Ticker verfolgen. Die Redaktion informiert Sie bereits vor Beendigung der Auszählung über die Stimmungslage in den Rathäusern und Landratsämtern und selbstverständlich ab 18 Uhr über erste Ergebnisse in den Gemeinden, Städten und Landkreisen.

Bereits im Vorfeld können Sie das Wahlportal der PNP als Informationsquelle nutzen – auf www.wahl.info finden Sie alle südostbayerischen Kandidaten im Überblick, knapp 300 betreiben ein Premiumprofil mit Bildern und einem persönlichen Steckbrief. Hier gibt es auch die Möglichkeit, den Kandidaten in einem Diskussionsforum Fragen zu stellen. − efi

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Raus aus Gesundheitsgründen: Ludwig Lankl (FRG).

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Zurück ins Landratsamt FRG möchte Alexander Muthmann.

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Die Nachfolge Ludwig Lankls peilt auch Sebastian Gruber an.

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Will Passaus OBbleiben: Jürgen Dupper (SPD).

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Will Dupper in Passau ablösen: CSU-Kandidatin Rosemarie Weber.

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Altersgrenze erreicht: Pfarrkirchens Stadtchef Georg Riedl.

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Zu alt fürs OB-Amt ist auch Christian Ude in München.

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Raus durch Skandal: Landrat Jakob Kreidl (Miesbach).

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